
ab 10. Dezember – Internationaler Tag der Menschenrechte
Im Schatten des Orangenbaums
Als sich der palästinensische Teenager Noor bei einer Demonstration im Westjordanland israelischen Soldaten gegenüberstellt, eskaliert die Lage und Noor wird schwer verletzt. Für Noors Mutter Hanan scheint das nur ein folgerichtiges Kapitel in der entbehrungsreichen Geschichte ihrer Familie zu sein. Sie beginnt zu erzählen – vom Krieg, von ihrem Bruder Salim und von ihrem Großvater Sharif, der sich 1948 mit aller Kraft weigerte, das alte Jaffa und damit sein Haus und seinen Orangenhain zu verlassen, letztlich aber doch vertrieben wurde.
Der Film der palästinensischen Regisseurin Cherien Dabis wurde von Jordanien als möglicher Kandidat für die Kategorie Bester internationaler Film bei den Oscars eingereicht und mit deutscher Beteiligung produziert.
| Produktion: | Deutschland/Jordanien/Palästina |
| Dauer: | 145 Minuten |
| Regie: | Cherien Dabis |
| Darsteller: | Muhammad Abed Elrahman, Cherien Dabis, Saleh Bakri, Adam Bakri |

ab 10. Dezember
Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes
Deutschland steht an einem historischen Wendepunkt: Erstmals seit 1945 wird im Jahr 2025 ein migrationspolitischer Entschließungsantrag im Bundestag angenommen – mit Unterstützung rechtsextremer Kräfte im Bundestag. Ein Paradigmenwechsel kündigt sich an: weg vom Schutz von Geflüchteten, hin zu Abschottung und Abschreckung. Kein Land für Niemand begibt sich auf die Suche nach den Ursachen dieser politischen Zäsur und nimmt die Zuschauer*innen mit auf eine aufrüttelnde Reise.
Durch exklusive Interviews mit Wissenschaftler*innen, politischen Entscheidungsträger*innen und Aktivist*innen hinterfragt der Dokumentarfilm die aktuellen Narrative über Flucht und Migration und beleuchtet die Mechanismen, mit denen Angst und Populismus die politische Agenda bestimmen. Wie konnte es so weit kommen? Und welche Alternativen gibt es zu einem Europa, das sich immer weiter abschottet?
| Produktion: | Deutschland |
| Dauer: | 105 Minuten |
| Regie: | Maik Lüdemann, Max Ahrens |
| Darsteller: |

ab 22. Dezember
Die jüngste Tochter
Die 17-jährige Fatima ist die jüngste von drei Töchtern einer französisch-algerischen Familie in einem Pariser Vorort. Ihr Lieblingssport ist Fußball, in der Schule hängt sie mit den prahlerischsten Jungs ihrer Klasse ab, und sie hat einen heimlichen festen Freund, der bereits ans Heiraten denkt. Fatima fällt es jedoch zunehmend schwerer zu verbergen, was niemand wissen darf: ihr Herz schlägt für Frauen. Als sie ein Philosophiestudium in Paris beginnt, eröffnet sich für sie eine völlig neue Welt. Hin- und hergerissen zwischen Familientradition, Glauben und ihrem Wunsch nach Freiheit muss Fatima ihren eigenen Weg finden.
Die jüngste Tochter feierte seine Weltpremiere im Hauptwettbewerb der 78. Filmfestspiele von Cannes. Der Film wurde dort mit zwölf Minuten stehendem Applaus gefeiert. Besonders gelobt wurde auch Hauptdarstellerin Nadia Melliti, die für ihre Rolle der Fatima den Preis als Beste Schauspielerin erhielt.
| Produktion: | Deutschland/Frankreich |
| Dauer: | 107 Minuten |
| Regie: | Hafsia Herzi |
| Darsteller: | Nadia Melliti, Park Ji-min, Amina Ben Mohamed, Melissa Guers, Rita Benmannana |

ab 26. Dezember
Sentimental Value
Die beiden Schwestern Nora und Agnes verbindet eine komplexe Beziehung zu ihrem entfremdeten Vater, der seine Arbeit stets über die Familie stellte. Nun steht Gustav nach Jahren der Funkstille plötzlich wieder vor der Tür – mit einem charmanten Grinsen und dem emotionalen Gepäck eines halben Lebens. Augenblicklich geraten alte Familiendynamiken ins Rollen. Und nach und nach wird deutlich, dass sich Vater und Töchter ähnlicher sind, als sie glaubten. Vielleicht ist es doch nicht zu spät für einen Neuanfang?
Bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes begeisterte Sentimental Value Publikum wie Kritiker gleichermaßen und wurde mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet.
| Produktion: | D/NOR/FRA |
| Dauer: | 135 Minuten |
| Regie: | Joachim Trier |
| Darsteller: | Inga Ibsdotter Lilleaas, Renate Reinsve, Stellan Skarsgård, Elle Fanning |

ab 26. Dezember
Therapie für Wikinger
Nach vierzehn Jahren hinter Gittern wird Anker aus dem Gefängnis entlassen. Die Beute seines damaligen Raubüberfalls ist nie aufgetaucht – nur sein Bruder Manfred kennt das Versteck. Doch in der Zwischenzeit hat Manfreds geistige Verfassung stark gelitten, und die Erinnerungen an den Verbleib des Geldes sind verschwommen. Gemeinsam begeben sich die ungleichen Brüder auf eine Suche, die mehr als nur eine Jagd nach der Beute wird. Während sie sich durch ihre Vergangenheit und alte Wunden kämpfen, stehen sie vor einer noch wichtigeren Frage: Wer sind sie wirklich – und kann es für sie einen Neuanfang geben?
| Produktion: | Dänemark/Schweden |
| Dauer: | 116 Minuten |
| Regie: | Anders Thomas Jensen |
| Darsteller: | Mads Mikkelsen, Nikolaj Lie Kaas, Lars Brygmann |

ab 8. Januar
Ein Einfacher Unfall
Ein Einfacher Unfall ist der neueste Film des renommierten Regisseurs Jafar Panahi (Taxi Teheran). Verortet im heutigen Iran löst ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit eine Rachewelle aus. Ausgehend von diesem kleinen Zwischenfall schafft Panahi ein kraftvolles und intensives moralisches Drama, das sich mit verdrängten Traumata, staatlicher Gewalt, Gerechtigkeit und Straflosigkeit auseinandersetzt und dafür bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2025 mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde.
| Produktion: | Frankreich/Luxemburg/Iran |
| Dauer: | 105 Minuten |
| Regie: | Jafar Panahi |
| Darsteller: | Vahid Mobasseri, Maryam Afshari, Ebrahim Azizi, Hadis Pakbaten, |

ab 22. Januar
Silent Friend
In einem botanischen Garten einer alten Universitätsstadt in Deutschland steht ein mächtiger Ginkgobaum. Seit über hundert Jahren ist er stummer Zeuge dreier Lebensgeschichten, die sich über Generationen hinweg entfalten. 2020 beginnt ein Neurowissenschaftler aus Hongkong ein unerwartetes Experiment mit dem Baum, während er den Ursprung des Bewusstseins bei Säuglingen erforscht. 1972 wird ein junger Student durch die stille Begegnung mit einer Geranie tief geprägt. 1908 entdeckt die erste Studentin der Universität mithilfe der Fotografie verborgene Strukturen im Pflanzenreich – Muster, die auf eine tiefere Ordnung hinweisen. Drei tastende Annäherungen, jede fest verwurzelt im eigenen zeitlichen Kontext. Was sie verbindet, ist eine stille Kraft: das beharrliche, geheimnisvolle Wirken der Natur.
| Produktion: | GER/HUN/FRA/CHN |
| Dauer: | 105 Minuten |
| Regie: | Ildiko Enyedi |
| Darsteller: | Tony Leung Chiu-Wai, Léa Seydoux, Luna Wedler, Enzo Brumm |
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